Donnerstag, 14. August 2014

Bericht aus Bangladesch: Glaube und Werke – Gottes Liebe in Aktion




Die gute Nachricht für die Armen – Interserve Mitarbeiter in Bangladesch zeigen die Liebe Jesu durch ihr Engagement in einem länglichen Spital. Sie sehen wie Moslems tief bewegt sind durch eine solche Liebe:

Wenn einer von euch zu ihnen sagt: "Lasst es euch gut gehen! Hoffentlich könnt ihr euch warm anziehen und habt genug zu essen!", aber er gibt ihnen nicht, was sie zum Leben brauchen. Was nützt ihnen das? (Jak. 2,16)

Persönliche Erfahrungen
Meine Familie und ich erlebten Gottes Liebe in Aktion seit unserem ersten Besuch in Bangladesch. Wir empfinden es seither als ein Vorrecht einen Teil dieser praktischen Liebe zu bilden. Bereits leben wir sechs Jahr im ländlichen Nordwesten des Landes. Nie war Jakobus’ Ermahnung betreffend Glauben und Werken realer als hier.

Bangladesch leidet unter grosser Armut, Trockenheit aber auch Überflutungen und die Menschheit unter verschiedenen Krankheiten. Als im Jahr 2013 die Rana Plaza Textilfirma in sich zusammenfiel, starben über tausend Frauen. Dem Westen wurde damals bewusst wie die grundlegenden Rechte ignoriert wurden in einem der korruptesten Ländern der Welt. Oberflächliche gute Wünsche haben hier keinen Platz.

Während es vielen unserer Unterstützer in der Heimat eher wichtig ist zu wie vielen Menschen wir gepredigt haben und wie viele sich von der Botschaft ansprechen liessen, arbeiten die meisten unter uns im Gesundheitswesen und der Entwicklungsorganisation. Uns ist es wichtig wie wir Männer, Frauen und Kinder am Leben erhalten können und Ihnen Wertschätzung geben können, die sie so oft vermissen in ihrem Leben. Aber es geht nicht darum ob’s um Glaube oder Werke geht. Solches zu sagen, ist fern von uns.

 
Seesorge und pastorale Hilfe
An der Frontlinie sind die Pastoren: Ein hingegebenes Team von liebenden und sachkundigen Bangladeschis, welche die Patienten im Spital besuchen. Sie bieten ihnen und ihren Angehörigen Trost, egal ob sie Christen, Moslems, Hindus, Buddhisten sind oder einem der vielen Stammesreligionen in der Umgebung folgen.

Dabei geht es nicht darum jemandem nur die Hand von jemandem zu halten, der unter einem eingewachsenen Zehennagel litt. Viele Medizinstudenten und junge europäischen Ärzte, die kurzzeitig für einige Monate oder ein Jahr kommen, sehen Dinge, die sie nur aus Büchern kennen. Sie sagen mir, dass solche Probleme im Westen nicht mehr vorkommen. Einige Erlebnisse sind schockierend andere haben Mühe mit diesen Erfahrungen umzugehen. Sie alle werden durch ihre Arbeit verändert.

Die Pastoren und Seelsorger kennen die Realität des Lebens in Bangladesch. Viele haben Familienangehörige, die einen Klinikaufenthalt benötigten, oder sie selber waren Patienten hier. Sie wissen wie hart das Leben ist und oft ist die Realität einfach nicht gerecht. Vor diesem Hintergrund können sie wahrlich sich mit denen hinsetzen und „mit den weinenden weinen“ (Rö 12,15). Und sie beten mit denen, die dies wünschen. Die christlichen Pflegefachpersonen und Ärzte beten mit. Auch einige der hinduistischen und auch moslemischen Klinikmitarbeiter beten mit. Diese Liebe, in Wort und Tat wirkt oft dramatisch.

Auswirkungen am Beispiel eines Besuchers
Ein tief gläubiger Moslem, der einen armen Verwandten im Spital begleitete, war so berührt, dass er die Pastoren um eine Bibel bat. Er wollte mehr darüber lesen, weshalb die Christen sich so anders verhalten als die Menschen in Bangladesch; er ist nicht der erste und auch nicht der letzte. Das Spital hat einen guten Ruf, der sich über Jahre aufgebaut hat indem Liebe verschenkt und Respekt gegeben wurde. Hier ist auch ein sicherer Ort an dem Fragen des Glaubens diskutiert werden kann.

Der Mann nun nahm seine Bibel in sein Dorf mit und las darin. Er merkte, dass die Haltung eines anderen Dorfbewohners darin beschrieben ist. Er fragte diesen darüber aus. Ganz erstaunt realisiert er, dass dieser ein „Nachfolger Isa’s“ ist, wie ehemalige Moslems sich als Glaubende bezeichnen. So begann auch dieser Mann Christus ernsthaft nachzufolgen.

Behindertenarbeit
Einer unserer Langzeit-Teammitglieder nützt seine Ausbildung als Gärtner um eine Gruppe von behinderten Männern und Frauen aus der Umgebung zu trainieren. Sie pflanzen und ziehen Gemüse, Früchte und attraktive Topfpflanzen, verkaufen sie und verdienen so Geld. Ihn zu beobachten, wie er mit diesen so oft unbeachteten und missbrauchten Menschen arbeitet, ist ein Segen. Seine Liebe fliesst zu ihnen und sie reagieren mit tiefer und aufrichtiger Freundschaft. Einstellungen und Vorurteile gegenüber Behinderten werden praktisch hinterfragt und verändern sich positiv.

In einem Land in dem noch das Rana Planza Desaster vom April 2013 nachwirkt, gibt es grosse Nöte im ganzen Land, die nach positiven Veränderungen lechzen. Die Menschen suchen Hoffnung und tätige Liebe. Meine Familie und ich haben gesehen, wie das getan werden kann. Ganz alltäglich, an einem „normalen“ Arbeitsplatz und wie so ganze Gemeinschaften näher zu Gott kommen können.

(aus dem Englischen übertragen)

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