Dienstag, 4. März 2014

Was hat mein Auslandeinsatz nach der Rückkehr oder bei mir persönlich ausgelöst?

Eine Auswahl von Berichten einer Interserve Tagung: 

Langjährige Auslanderfahrung führt zu tiefem Verständnis für die Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten
Nachdem Familie Frauchiger 17 Jahren in Pakistan gearbeitet hat, ist Markus Frauchiger seit 6 Jahren in einem herausfordernden Dienst mit Migrantinnen und Migranten in der Schweiz tätig. Er besucht unter anderem Asylsuchende in Zentren, Migranten im Gefängnis und lädt viele zu sich nach Hause ein. Wöchentlich ist er mit seinem Bücherstand in Bern anzutreffen, verteilt donnerstags Kleider und Lebensmittel. Eine besonders herausragende Arbeit sind die wöchentlich stattfindenden Deutschkurse, die von über 120 Personen besucht werden. Werbung machen die Organisatoren schon lange nicht mehr, zu gross ist der Andrang für dieses Angebot. Dabei geht es nicht nur darum Deutschkenntnisse weiter zu geben. Ausländerinnen und Ausländer schätzen Begegnungen! Besonders wertvoll für sie sind die Gespräche während den Kaffeepausen zwischen den Kursstunden und danach. Markus Frauchiger kennt nicht nur die Bedürfnisse von Einwanderern. Er hat auch ein tiefes Verständnis für die kulturellen Feinheiten und weiss um den hohen Wert des „Zeit-habens“ und gemeinsamen Teetrinkens.

Erfahrungen im Auslandeinsatz dienen der Sensibilisierung des Umfelds in der Heimat
Brigitte fragte sich: „Was mache ich mit meinen Erfahrungen aus dem Einsatz in Zentralasien?“ Der Einsatz habe sich vielfältig gelohnt: Persönlich profitierte sie davon, neue Menschen, eine fremde Kultur und ein ganz andersartiges Land kennen zu lernen. Nach dem Einsatz begann sie ihre Kirchgemeinde für die Arbeit im Ausland zu sensibilisieren. Dabei hat sie insbesondere junge Menschen auf mögliche Auslandeinsätze angesprochen und motivieren können. Das Fördern von Menschen liegt ihr sehr am Herzen. Verschiedene Einsätze, die sie als Vorsandsmitglied eines Hilfswerkes mitorganisiert, sind nicht nur wertvoll für die Einsatzteilnehmenden sondern auch für die Erfahrung der Kirche und ihrer Glieder.


Ein Missionseinsatz verändert nachhaltig
Anne-Katrin war mehrere Monate in einem der heikelsten Brennpunkte in der Welt tätig. Aber nicht nur der Einsatz in der Krisenregion war herausfordernd: „Ich wurde mit mir selber konfrontiert“ sagte sie ganz deutlich.
Durch die schwierige politische Situation waren sie im Haus eingeschlossen. Anne-Katrin konnte jedoch ausser Haus einer Arbeit nachgehen, die ihr viel Freude bereitete. Zu Hause eingeschlossen zu sein, das westliche Leistungsdenken und die fehlende Abwechslung bewirkten zwischenmenschliche Spannungen in der Hausgemeinschaft. Solche Konflikte waren an der Tagesordnung.
Trotz oder vielleicht gerade wegen diesen Herausforderungen auf der Beziehungsebene war dies eine sehr wertvolle Zeit: Ihr Einsatz veränderte ihre Beziehung zu Gott und zu den Menschen. Sie sagt:
„Ich erkannte auf der Rückreise, dass ich nicht durch das, was ich tue, anerkannt werde, sondern durch das, was Gott für mich getan hat. Durch die neu erfasste Liebe Gottes, die am Kreuz sichtbar ist, wurde ich verändert. Ich lernte die Beziehung zum himmlischen Vater zu suchen und nicht einer eigenen Vorstellung von persönlichem Erfolg nachzugehen.
Ich wünsche mir, dass wir uns viel mehr auseinandersetzen mit dem wahren Motivationsgrund, wenn wir eine Aufgabe übernehmen. Wichtig ist auch die Frage, welche Gedanken uns wirklich trennen von Gott, was ist sein Wille und wie können wir uns von eigenen Vorstellungen lösen. Entscheidend ist, ob wir eine Aufgabe mit Liebe und von ganzem Herzen tun, denn die  Liebe von Gott soll in uns und durch uns zu den Menschen fliessen.“



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